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Artemis Bodrum · 10. Juli 2026 · 2 Min. Lesezeit · Geschichte & Kultur

Halikarnas Balıkçısı: der Schriftsteller, der Bodrum der Welt erzählte

Hinter der Verwandlung Bodrums von einem abgelegenen Städtchen in ein weltberühmtes Urlaubsziel steht ein einziger Name: Cevat Şakir Kabaağaçlı — besser bekannt als Halikarnas Balıkçısı, der Fischer von Halikarnassos. Sein Pseudonym leitete er von Halikarnassos ab, dem antiken Namen Bodrums.

Ein Artikel, drei Jahre Verbannung

Am 13. April 1925 erschien unter dem Pseudonym "Hüseyin Kenan" ein Artikel: "Wie die im Gefängnis zum Tode Verurteilten sehenden Auges zum Galgen gehen". Dahinter stand Cevat Şakir. Das Istanbuler Unabhängigkeitsgericht klagte ihn wegen "Aufwiegelung zur militärischen Meuterei" an und verurteilte ihn zu drei Jahren Verbannung in Bodrum.

Bodrum war in jenen Jahren für die meisten ein schwer erreichbarer Ort am Rand der Landkarte; genau deshalb galt die Strafe als hart. Für Cevat Şakir kam es genau umgekehrt.

Von der Familie Şakir Paşa zum Fischer von Bodrum

Er wurde am 17. April 1890 auf Kreta geboren. Sein Vater war der Diplomat Mehmed Şakir Paşa, sein Onkel Ahmed Cevad Paşa Großwesir zur Zeit Abdülhamids II. Seine Schwestern waren die Malerin Fahrünnisa und die Grafikerin Aliye — eine Familie, die als "Familie Şakir Paşa" in die türkische Kunstgeschichte einging.

An der Universität Oxford studierte er Geschichte. Eigentlich wollte er zur See fahren; daraus wurde nichts. Jahre später baute er sich dieses Leben in dem Ort, in den man ihn verbannt hatte, mit eigenen Händen auf: In Bodrum fischte er, schrieb er und führte er die Gäste, die kamen.

Als seine Verbannungszeit abgelaufen war, ging er nicht. Rund 25 Jahre lebte er in Bodrum.

Die Büste von Cevat Şakir Kabaağaçlı in Bodrum
Die Büste von Cevat Şakir Kabaağaçlı in Bodrum.

Die Geburt der "Blauen Reise"

Die Blaue Reise (Mavi Yolculuk), heute ein weltweit bekannter Begriff des Tourismus, entstand aus einer schlichten Gewohnheit von ihm und seinen Freunden: ein Boot, ein wenig Proviant und Kurs auf die Buchten der Ägäis. Mit der Zeit wurden diese Fahrten zu der Art und Weise, wie Bodrum — und die gesamte ägäische Küste — der Welt erzählt wurde.

1971: Der Staatliche Kulturpreis

Mit seinen Romanen, Erzählungen und Essays schrieb er sein Leben lang über die Ägäis. 1971 wurde ihm der Staatliche Kulturpreis des Kulturministeriums zuerkannt.

"Merhaba"

Am 13. Oktober 1973 starb er in İzmir an Knochenkrebs. Seinem letzten Willen entsprechend wurde er in Bodrum beigesetzt — in dem Städtchen, in das er als Verbannter gekommen war und das er danach nie mehr verließ.

Auf seinem Grabstein steht ein einziges Wort: "Merhaba" — Hallo. Kein Abschied, sondern ein Gruß.

Seinen Spuren in Bodrum folgen

Wenn Sie nach Bodrum kommen, finden Sie ihn an einigen Orten: seine Büste im Ort und sein Grab. Doch das eigentliche Erbe, das er hinterlassen hat, steckt nicht in einem Stein, sondern im Meer: Wenn Sie an Bord eines Bootes gehen und in die Buchten hinausfahren, sehen Sie genau das Bodrum, von dem er erzählt hat.

Bodrum Kalesi (Burg von Bodrum), das Halikarnas Mozolesi (Mausoleum von Halikarnassos) und das Myndos Kapısı (Myndos-Tor) liegen in Gehweite unseres Hotels; die Boote der Blauen Reise legen an der Bodrum Marina ab.

#Halikarnas Balıkçısı#Cevat Şakir#Mavi Yolculuk#Bodrum#Edebiyat
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